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Hunde in der Tötungsstation

Welche Rasse paßt zu mir?

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Was für Arbeit fällt an?

Viele Interessierte an einem der vielen Hunde aus dem Tierschutz, können sich gar nicht vorstellen - verständlich, nicht falsch verstehen - wie der Alltag einer solchen Person aussieht. Was für eine Arbeit dahinter steckt und was für persönliche Einbußen deswegen hinzunehmen sind. Daher dachte ich, ich erzähle mal alles aus meiner Sicht, um Ihnen so einen kleinen Einblick in alles verschaffen zu können.

Meine Aufgabe, jeder hat so seinen Bereich, ist es beispielsweise, die Homepage zu pflegen. Die Anzeigen zu setzen und zu aktualisieren und Mails zu beantworten. Das bedeutet in meinem Fall von MINDESTENS drei Stunden Grundbasis pro Tag für Jannadogs (oft schon mal mehr).

Zu den Emails: Vom Einloggen ins Mailkonto, bis hin zum Beantworten - vorher die Unterlagen durchschauen, ob der Hund noch da ist in Spanien usw. - dauert es pro Mail geschätzte 15 Minuten. Jeder kann das jetzt mal hochrechnen, denn es kommt pro Tag sicherlich nicht nur eine Email rein. Wir möchten uns auch unbedingt diese Zeit für die einzelnen Anfragen nehmen, weil wir eine anständige Vermittlung VON ANFANG AN für sehr wichtig halten. Da eine Entscheidung für den richtigen Hund viele Entscheidungsprozesse voraussetzt, ist es verständlich, daß unter den Mails, die dort täglich reinkommen, mindestens 70% eher *mal-so-Anfragen* sind. Leider kosten diese ebenfalls viel kostbare Zeit ;-(

Sind alle Mails beantwortet, geht es zur nächsten Aufgabe. Ich schaue in die aktuellen Daten von Spanien und gleiche dies mit dem aktuellen Stand hier in Deutschland ab. Da in Spanien auch Hunde nach Finnland oder Schweden vermittelt werden, auch schon mal eine Vermittlung in Spanien selbst vorkommt, gilt es, fast jeden Tag den aktuellen Stand einzuholen. Wir möchten ja nicht, daß sie sich für einen Hund bewerben, der bereits nicht mehr zur Vermittlung steht (auch wenn dies auch schon mal vorkommen kann, das läßt sich leider nicht vermeiden).

Abgleich Spanien/Neuzugänge: Dazu wird die ganze Datenbank durchgeschaut, verglichen, nach neuen Fotos geschaut und ggf. Anzeigen gelöscht oder - was eigentlich zeitlich sehr aufwändig ist - neue Anzeigen von Neuzugängen geschaltet. Dies beansprucht deswegen so viel Zeit, weil die Fotos erst runtergeladen, bearbeitet und verkleinert werden müssen, um sie dann im Anschluß wieder in die Vermittlungsportale hochzuladen. Anfragen von ernsthaften Hundeinteressierten wegen neuen, aktuellen Fotos (super wichtig bei Welpen), müssen einzelnd und auf spezielle Anfrage per Mail angefragt werden.

Homepage: Auch die Homepage muß danach bearbeitet werden, was als Grundbasis um die halbe Stunde dauert, da das Hochladen der Seite diese Zeit ungefähr braucht.

Vermittlungsvorbereitungen: Sofern sich Menschen als ersthafte Interessenten für einen speziellen Hund rauskristallisiert, hört die Arbeit damit nicht auf - sie fängt nun erst richtig an. Nun gilt es, den Hund in Spanien sozusagen zu *reservieren*. Durch diese Reservierung werden die Hunde reisefertig gemacht. Sie bekommen eine Untersuchung (inkl. Bluttest), es werden die Impfungen überprüft und ggf. nachgeholt. Nun müssen wir mit Spanien korrespondieren. Wir fragen dort an, ob der Hund auch in diese Familie paßt. Beispiel: In der Familie gibt es Kinder. Dann schaut Spanien für uns nach, ob der Hund damit klar kommt. Oder es gibt bereits vorhandene Hunde in der neuen Familie, dann schaut Spanien für uns nach der Sozialverträglichkeit (die, nur am Rande bemerkt, zu 95% vorhanden ist). Dieser ganze Ablauf bedeutet einige Mails und Telefonate hin und her.

Vorkontrollen: Bei den Interessenten müssen Vorkontrollen durchgeführt werden. Dies bedeutet, im Falle einer Vorkontrolle, geschätzte 1 Stunde Autofahrt(hin und zurück), sowie ca. 1 Stunde Gespräche vor Ort. Wenn wir die Vorkontrollen selbst nicht durchführen können, weil der Ort einfach viel zu weit weg ist, müssen wir nach einer geeigneten Vorkontrolle in der Nähe suchen. Das bedeutet ebenfalls einige Mails und Telefonate.

Recherche: Zudem schauen wir jeden Tag nach möglichen Flugpaten, die durch einen Flugpatenverteiler ausgeschrieben werden. Da wir nur wenige Personen sind, kommen wir leider oft zu spät. Denn Flugpaten sind absolut selten und daher *heiß begehrt*. Sie sind nunmal absolut wichtig. Wir für unseren Verein lehnen Autotransporte über 2 Tage eigentlich ab und warten daher auf ein Flugpatenschaft, die dem Hund lediglich geschätzte 6 Stunden Stress bereiten.

Telefonate: Nun kommt als weiterer Faktor die Telefonate, die zu führen sind. Telefonate mit Pflegestellen oder mit Hunde-Interessierten. Ein Gespräch dauert in der Regel um die halbe Stunde. Ein Vermittlungsgespräche oft noch länger, da viele Fragen zu beantworten sind.

Flughafenbetreuung: Abends sind oft Ankünfte von den Hunden. Dafür fahren wir zu den Flughäfen, oft mit 1 Stunde Anfahrtsweg verbunden, treffen wir uns dort mit Menschen, die auf ihre neuen Wegbegleiter aufgeregt warten. Hat ein Flug Verspätung, ist das für uns kostbare Zeit, die verloren geht. Aber das gehört leider dazu.

Pflegestellenbetreuung: Gestern passierte folgendes. Die Pflegestelle rief an, da es dem Hund nicht gut ging. Er kann nicht trinken und hat was Komisches in der Zunge. Also setzte ich mich gegen 10 Uhr ins Auto und fuhr dort hin. Wir fuhren mit dem Hund zu einem Arzt, der Notdienst machte. Dort mußte der Hund *sediert* werden, da er einen Bienenstachel in der Zunge ziemlich weit hinten sitzen hatte. Alles lief zwar gut. Aber hier als Beispiel als Fazit: Gegen 1 Uhr NACHTS erst wieder zurück. Gesamte 3 Stunden alles in allem sowie wieder mal viel zu wenig Schlaf.

Dies ist nur ein Einblick, was alle in der Regel so anfällt. Natürlich haben wir nicht täglich alles auf einmal, sondern immer mal das, dann wieder das. Aber im Grundprinzip sind wir sicherlich ein Drittel des Tages mit diesen Arbeiten beschäftigt.

Tja, doch nun frag ich mich grad: Hab ich da bei allem nicht was vergessen??? Ach ja! Da war noch was ...

... die eigene Familie. Die möchte ja auch zwischendurch mal was von mir. Wie Sie sehen, ohne eine Familie, die hinter allem steht, ist dies alles nicht möglich. Sie muß akzeptieren, daß ich viel Zeit am PC verbringe, sie muß akzeptieren, daß ich den Abend mit Flughafenfahrten verbringe. All dann steht die *Mama* nicht zur Verfügung. Und ich für meine Person, habe zwei solcher Kinder, die auf die Mama in diesen Zeiten verzichten müssen.

Und da war doch noch was ....

... meine eigenen spanischen Hunde ;-) Die täglich auf ihre vier Runden am Tag warten. Und nicht nur um den Block, denn da ich zwei lauffreudige Hunde habe, geht es hier um richtige intensive Bewegung, mit Kopfarbeit und Spielen.

Das Thema *ich* lassen wir Tierschützer fast alle weg. Und dieses - zumindest bei Jannadogs - alle ehrenamtlich/unentgeltlich. Denn uns ist es wichtig, den Geschöpfen zu helfen, an die wir unser Herz gehängt haben. Den Tieren, deren Schicksal es nicht gut mit ihnen gemeint hat.

Aber vielleicht haben Sie nun ein wenig Verständnis für uns, warum es schonmal *etwas* dauert, bis wir uns melden ;-)

Und hier nun Bilder einer solchen Familie, die dies alles *mitmachen*

Einem Mann ...

... den nichts mehr schocken kann.

Der meist immer *ja* sagt, wenn ich nach Spanien flieg, einen Hund aufnehmen will oder wenn ich stundenlang am PC sitze.

Von klein auf mitten drin

Mein Sohn Julian

Ja, meine Kinder sind von klein auf mitten drin im Tierschutz. Hier mit unserer eigenen Hündin und einem der vielen Pflegehunde bisher.

Mein *Großer*

Der nach der Schule schon mal die Hunde versorgt

Immer wieder mal verliebt war in den einen oder anderen Pflegehund und glaube ich sehr glücklich darüber ist, mit *Hunden* groß werden zu dürfen. Hier mit unserem Senior Jacky.

Meine Hündin Shanna

Die geduldig alle Pfleglinge *ertragen* ;-) muß

Bei allem möchte ich noch einmal darauf hinweisen, daß dies nur die Bespreibung von mir ist. Daher hier auch ein Lob an Frau Sieben, die leider auf dieser Seite etwas untergeht. Sie ist unsere gute *Stimme* des Vereines, da sie fast alle Telefonate führt. Ob mit Spanien oder mit den Interessenten, aber auch mit den Pflegestellen. Ich bin mir sicher, sie opfert genauso viel Zeit und Arbeit - wenn nicht sogar noch VIEL MEHR!!!

Frau Sieben in *Action*

Hier bei der Flughafenbetreuung

Das Team 7 (doch einer fehlt sogar noch ;-)

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